Mach dich fit gegen Einsamkeit!

icon Die neue Kampagne „Mach dich fit gegen Einsamkeit!“ des Bundesfamilienministeriums rückt ein Thema in den Fokus, das Senioren, Studierende, Berufstätige und Familien gleichermaßen betrifft: Einsamkeit. Sie zeigt, wie verbreitet sie ist – im Saarland, in Saarbrücken und überall – und wie wichtig es ist, früh aktiv gegenzusteuern. Schon kleine Gesten können Verbindung schaffen und das seelische Wohlbefinden stärken.

Alltagssituationen, in denen Nähe entsteht

Die Kampagne stellt drei lebensnahe Szenen vor, die soziale Verbundenheit fördern: kurze Begegnungen im Treppenhaus, echte gemeinsame Zeit ohne Ablenkung und offenes Kennenlernen neuer Menschen. Besonders Senioren profitieren von solchen Momenten, da sie soziale Teilhabe erleichtern und Isolation vorbeugen.

Digital verbunden bleiben – wie Handy, PC und Social Media Senioren vernetzen

icon Digitale Fähigkeiten helfen Seniorinnen und Senioren, leichter in Kontakt zu bleiben – mit Familie, Freunden und neuen Bekanntschaften. Videoanrufe, Messenger-Dienste oder soziale Netzwerke ermöglichen Austausch über Entfernungen hinweg und schaffen neue Formen der Nähe. Wer sicher mit Smartphone, Computer und Internet umgehen kann, ist unabhängiger, besser informiert und sozial stärker eingebunden. Gerade im Alltag kann digitale Teilhabe Einsamkeit wirksam reduzieren. Hierbei helfe ich Ihnen gerne.

Doch was bedeutet digitale Teilhabe eigentlich?

Digitale Teilhabe ist kein eindeutig festgelegter Begriff. Je nach Perspektive kann sie Unterschiedliches bedeuten – und nicht jede Form digitaler Nutzung wirkt automatisch gegen Einsamkeit.

Zum einen beschreibt digitale Teilhabe ganz grundlegend die Fähigkeit, digitale Angebote sicher und selbstständig nutzen zu können. Dazu gehören praktische Kompetenzen wie der Umgang mit dem Internet, mit E-Mails, Online-Banking oder grundlegenden Programmen und Dateien. Diese Form digitaler Teilhabe stärkt vor allem Selbstständigkeit, Orientierung und Sicherheit im digitalen Alltag.

Zum anderen kann digitale Teilhabe auch bedeuten, digitale Möglichkeiten gezielt für soziale Zwecke zu nutzen – etwa für den Austausch über Messenger-Dienste, soziale Netzwerke, Foren oder Videotelefonie. Ob daraus soziale Nähe entsteht oder Einsamkeit verringert wird, hängt jedoch stark davon ab, wie diese Angebote genutzt werden. Digitale Fähigkeiten sind dafür eine wichtige Voraussetzung, führen aber nicht automatisch zu sozialer Teilhabe.

Für mich gewinnt digitale Teilhabe ihren Wert vor allem dort, wo sie konkret zur Lebensqualität beiträgt – etwa durch mehr Selbstständigkeit, soziale Einbindung oder eine Verringerung von Einsamkeit. Digitale Fähigkeiten allein sagen noch nichts darüber aus, ob sie Einsamkeit verringern oder soziale Teilhabe fördern.

Gemeinsam aktiv werden – Menschen kennenlernen durch Sport und Vereine

icon Vereine und Sportgruppen bieten eine wertvolle Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und Gemeinschaft zu erleben. Bewegung, Austausch und gemeinsame Erlebnisse stärken nicht nur die Gesundheit, sondern auch das soziale Miteinander – gerade für Senioren ein wichtiger Schutz vor Einsamkeit. Im Echelmeyerpark (auf dem Mügelsberg in Saarbrücken) biete ich ehrenamtlich ein kostenloses Training von Kampfkunst und Selbstbehauptung an. Hier nehmen auch Seniorinnen und Senioren teil. Das gemeinsame Training von Kampfsport fördert Selbstvertrauen, körperliche Aktivität und neue Begegnungen über Generationen hinweg – eine gute Gelegenheit, aktiv zu bleiben und Einsamkeit vorbeugend zu begegnen.


Einsamkeit im Seniorenalter – ein wichtiges Thema für Saarbrücken und das Saarland

Einsamkeit betrifft viele ältere Menschen überall dort, wo soziale Kontakte fehlen oder Lebensumbrüche auftreten. Im Alter verstärken Verlust von Partner:innen, gesundheitliche Einschränkungen, geringere Mobilität und Altersarmut das Risiko, sich dauerhaft zurückzuziehen. Die Folgen sind ernst: Einsamkeit erhöht nachweislich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und Demenz und beeinträchtigt die Lebensqualität stark.

icon Studien zeigen, dass Seniorinnen und Senioren in Pflegeeinrichtungen deutlich häufiger einsam sind als Menschen, die in ihrem vertrauten Zuhause bleiben können. Ein Stadt-Land-Unterschied besteht jedoch nicht – entscheidend sind erreichbare Begegnungsorte, soziale Teilhabe und unterstützende Netzwerke. Fehlen diese, entsteht Einsamkeit unabhängig vom Wohnort. Im Saarland können gut vernetzte Hilfsangebote, Nachbarschaftsinitiativen, Besuchsdienste, offene Treffpunkte und niedrigschwellige Freizeitangebote viel bewirken. Die bundesweite Allianz gegen Einsamkeit und das Kompetenznetz Einsamkeit machen solche Angebote sichtbarer und leichter zugänglich. Gleichzeitig können schon kleine Gesten im Alltag – ein Gespräch, ein Lächeln, echtes Interesse – dazu beitragen, ältere Menschen wieder stärker einzubinden und Einsamkeit zu reduzieren.

Allianz gegen Einsamkeit – Angebote und Unterstützung in Saarbrücken und bundesweit

Mit der neuen Allianz gegen Einsamkeit startet 2026 eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern, Kommunen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Sie bündelt Wissen, Initiativen und konkrete Hilfen. Im Zentrum steht das Kompetenznetz Einsamkeit, das eine große Angebotslandkarte mit Unterstützungsangeboten – auch für Bürgerinnen und Bürger in der Großregion – bereitstellt.